Je suis Charlie

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Donnerstag, 9. Oktober 2014

Ein Platz in deinem Herzen - Amy Hatvany




Ein Platz in deinem Herzen von Amy Hatvany
Verlag : Blanvalet 
ISBN: 9783764505202
 
 Der Klappentext: 


Über Trauer und Vergebung, über FAMILIENBANDE und die heilende Kraft der LIEBE Als die fünfunddreißigjährige Kelli unter ungeklärten Umständen ums Leben kommt, hinterlässt sie zwei Kinder - und ein lang gehütetes Geheimnis. Der kleine Max und die dreizehnjährige Ava ziehen zu ihrem Vater Victor, der sich gerade mit seiner neuen Freundin Grace verlobt hat. Ava ist außer sich vor Trauer; und Grace, die selbst nie Kinder wollte, kann ihr, trotz allen Mitgefühls, die Mutter nicht ersetzen. Gemeinsam finden die beiden heraus, dass die Liebe vielleicht nicht alle Wunden heilt, man das größte Glück aber manchmal dort findet, wo man es am wenigsten erwartet.



Nach kurzen Anlaufschwierigkeiten, zog mich dieses Buch dann doch in seinen Bann und ich habe es letztlich wirklich gerne gelesen.
Anfangs tat ich mich gerade mit der Protagonistin Kelli etwas schwer, die mir doch sehr kindlich, naiv und jammerig erschien, auch wenn sie zum Zeitpunkt ihres Todes bereits 35 und zweifache Mutter ist. Ich muss allerdings zugeben,dass mich derartig schwache Charaktere häufig recht ungeduldig machen, so dass sie es natürlich auch schwer hatte, bei mir zu punkten.
Im Verlauf des Buches wird allerdings immer deutlicher, warum und wie Kelli so geworden ist, wie sie heute ist, aber auch welche Auswirkungen das auch auf ihr gesamtes Leben und ihre Familie, insbesondere auch auf ihre Tochter Ava hatte.

Als Kelli stirbt, bricht für ihre Kinder eine Welt zusammen und auch ihr Vater Victor, der sich gerade frisch verlobt hat, muss sein Leben von heute auf morgen umkrempeln. Dies ist nicht immer leicht, besonders, wenn man selbstständig ist und ein Restaurant hat, da bleibt einem nicht mehr viel Zeit, um immer da zu sein, wenn man gebraucht wird, so dass natürlich auch Grace, seine Verlobte, immer wieder mit einspringen und sich um die Kinder kümmern muss.
Für die Kinder ist es nicht leicht, sich mit dem Tod ihrer Mutter abzufinden, besonders ihre dreizehnjährige Tochter Ava leidet unter ihrem Tod, umso mehr, da sie sich auch von Graces sicherer Art angezogen fühlt, die das genaue Gegenteil ihrer Mutter ist, die sich viel zu häufig an Ava selber festgehalten hat, wenn das Leben sie wieder einmal überrollt hat. Gerade dadurch fällt es Ava auch schwer, sich auf Grace einzulassen, da sie dies als Verrat an ihrer Mutter empfindet, für die sie sich verantwortlich fühlte. Als deutlich wird, dass ihre Mutter ein Geheimnis hatte, spitzen sich die Ereignisse immer weiter zu und als Leser, der sich mit den Protagonisten daran macht, dieses Geheimnis zu ergründen, steht man immer wieder fassungslos davor, was falsch verstandene Moral anrichten und wieviel unnützes Leid sie verursachen kann.

Der Schreibstil ist gut und flüssig zu lesen, das Buch besteht verschiedenen Handlungssträngen, zum eInen dem Geschehen in der direkten Gegenwart und zum anderen in Rückblenden in die unmittelbare Vergangenheit vor Kellis Tod sowie Rückblenden in Kellis Jugend. Außerdem wird wechselweise aus Sicht der drei weiblichen Protagonistinnen erzählt, wobei allerdings nur die Perspektiven von Ava und Grace in der Ich-Form geschrieben sind, Kellis Sicht hingegen wird in einer personalen Erzählweise geschildert. Anfangs fand ich das etwas verwirrend und gewöhnungsbedürftige, letztlich ließ es aber den Unterschied zwischen den drei Frauen noch deutlicher werden: Ava und Grace sind die starken Frauentypen, die in der Ich-Form stark auftreten und für sich sprechen können, während Kelli ein sehr schwacher Charakter ist, der sich immer an jemanden anlehnen muss und alleine kaum bestehen kann.

Wie gesagt, nach einigen kleineren Einstiegsproblemen, hat mir das Buch wirklich gut gefallen und ich kann es empfehlen. Es behandelt Probleme, aber auch wie man sie löst und wie man mit ihnen umgehen kann, es behandelt Gefühle, wie Liebe, Verlust, Tod, Schuldgefühle - all das ist drin, aber nichts beherrscht das Ganze, sondern es wird gezeigt, wie man mit etwas Rücksichtnahme und indem man aufeinander achtet, lernen kann, Hindernisse aus dem Weg zu räumen und mit Gefühlen klar zu kommen und sie zuzulassen.

★★★★



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